Skandal! Party! Nudel!

Die schlimme Nachricht zuerst: Zu meinem großen Leidwesen war mein buchstäblich jahrzehntealter Blog aus mir unerklärlichen Gründen über Monate komplett blockiert. Frau Belli kann ja gut und gerne wochenlange schweigen, und das hat sie für eine Weile auch genüsslich getan — aber das wurde nun doch zu viel! Regelrechtes Redeverbot geht gar nicht. Aber!

Sie gestatten: Ich bin zurück. Und zwar hier. Mit all meinem verbalen Senf. Und so soll es sein.

Der Blog ist zwar noch etwas launisch und macht seltsame Dinge, aber sehen wir dies als Anregung zum Neubeginn. Wir haben ja zudem auch noch ein neues Jahr begonnen! Und somit kommt mir dies eigentlich ganz recht. Zum Beispiel finde ich, gibt mir dies die Gelegenheit, von meiner ursprünglichen Komplettkleinschreibung — die ich mir damals im Zuge einer äußerst geistreichen Phase ausgedacht hatte — auf eine etwas, wir geben es ja zu, erwachsenere Rechtschreibung umzusteigen. Ich halte mich von jetzt an an die Regeln, und irgendwie sieht es… gut aus. Ausserdem kann ich jetzt, nachdem meine Seite neulich auch mit modernster Technologie versehen wurde, Leute überwachen. Ich meine Besucherzahlen überwachen. Endlich!

Dabei hatte ich mich gerade daran gemacht, eine in mühseliger Arbeit zusammengebastelte Kopie meines ursprünglichen Werks zu erstellen. Und ich gebe es zu, ein winziger Teil von mir hatte sich, in seiner unbändigen Liebe zur Positivität, sogar ein klein wenig über das neue Zuhause gefreut. So hätte ich auf dem neuen Domain garantiert keine persönlich  verurteilenden Kommentare mehr von Menschen erhalten, die glauben, Frau Belli vor zehn Jahren gekannt zu haben, dann meinen in liebevoller Arbeit entstandenen Senf lesen und darauf schockierenderweise schockiert sind darüber, was aus mir “geworden” ist. Um ehrlich zu sein, was das genau bedeuten soll, habe ich nie komplett verstanden. Mich implizit als oberflächliche Partynudel zu umschreiben! Nachdem sich die letzte Party, die ich geschmissen habe, beschämenderweise im weeeit zurückliegenden August 2012 (anlässlich meines Abschieds) abgespielt hat, bin ich wohl die langweiligste Berliner Zugewanderte, die sich die Stadt hätte anlachen können. Wie der Eindruck einer kokainschniefenden Poledancerin oder ähnlichem (und auch da finde ich: Jedem das seine!) überhaupt aufkommen konnte, ist mir ein Rätsel. Aber! Ich nehme das Kompliment trotzdem gerne an. Partynudel. Das Wort hat bei mir schon immer positive Assoziationen ausgelöst. Ich finde es irgendwie lieblich. Zumindest impliziert es Lebensfreude und Energie.

Abgesehen davon habe ich, jetzt wo ich auch ohne halbpatzige Webseitenkopie an gewohntem Ort wieder weiter plabbern kann, Pläne. Und zwar! Und zwar wird sich in absehbarer Zukunft — wir reden hier von ein paar Monaten — mein Alltagsleben um mehrere Grad umkrempeln, da sich der letzte Satz meiner Abschlussarbeit in geradezu greifbarer Nähe befindet. Damit meine ich selbstverständlich, dass ich zwar den ersten richtigen Satz erst noch zu Papier bringen muss, ich jedoch aber im April den allerletzten Punkt setzen werde. Ohne Wenn und Aber. Vorausgesetzt also, dass mein zukünftiger Arbeitsplatz keine regelmässigen Wochenendeinsätze voraussetzt, geschieht folgendes:

Frau Belli. Geht. Party! Nudeln!

Wohlverstanden, damit ist meine Art von Party gemeint. In anderen Worten: Ich werde mir ausgiebig das Spargelfest in Schöneberg zu Gemüte führen. Stundenlang! Und dann, im Herbst, das Kürbisfest. Ich werde Flohmärkte besuchen und tageweise an den Berliner Seen schmachten. Und brunchen. Ganz lange brunchen. Manchmal werde ich spontan in die Schweiz fliegen. Auch der 1. Mai, der Karneval der Kulturen sowie der Tag der Deutschen Einheit kommen in Zukunft nicht mehr ohne mich aus. Und ja, der obligatorische Besuch im Berghain muss einfach sein. Es geht doch einfach nicht, dass ich trotz meiner zweijährigen Aufenthaltszeit (mit Ausländerausweis!) noch immer keinen Fuss in einen Klub gesetzt habe — noch nicht mal in den berühmtesten aller Techno-Schuppen. Vermutlich werde ich nach  bereits einem Atemzug das Gebäude aufgrund eines epileptischen Anfalls herbeigeführt von grellem Blitzlicht wieder verlassen (vorausgesetzt ich erhalte überhaupt Einlass! Schwarz soll man gekleidet sein, haben mir zuverlässige Quellen versichert), aber trotzdem.

Und damit ist das Fest eröffnet! Euch allen ein wunderbares, farbenfrohes, gemütliches 2015!

7 thoughts on “Skandal! Party! Nudel!”

  1. Liebe Belli – Ich weiss, dass Sie mit einigen Talenten gesegnet sind, aber dass Sie Hellseherische besitzen, ist ganz was Neues

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A word with Frau Belli? Fire away!

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