man nennt mich belli. mords-belli.

neukölln
himmel, neukölln

wie fühlt es sich an, von der berliner kripo verhört zu werden? als vermeintliche hauptzeugin in einem fall betreffend eines vierfach-versuchten mordes?

ich wage es, die vermutung in den raum zu stellen: nur wenige können diese frage beantworten. aber — belli kann es! und die antwort lautet: sehr, sehr seltsam.

vielleicht gilt es zur beruhigung aller anzufügen, dass die polizei ihre fahndung nach mir eingestellt hat.

das ging so. eines morgens im april klingelte es um 7 uhr sturm. 7 uhr – eine zeit, zu der die schweiz bereits die zähne geputzt hat und sich auf der autobahn in richtung arbeitsplatz befindet. berlin aber findet sich zu der uhrzeit grösstenteils zwischen matraze und duvet. der norweger schälte sich dann auch unter letzterem hervor und öffnete verwundert die türe: vor ihm ragten drei ernste kriminalpolizisten in die höhe. “wir suchen frau belli,” sagte der eine. “frau belli?” stammelte mein norweger, seine deutschkenntnisse dank angstzustand hörbar degradiert. “die ist in schweiz. wieso?” stille. dann: “das würden wir gerne mit frau belli persönlich besprechen.” kopfkratzen. die polizisten nahmen sich meine telefonnummern und erkundigten sich nach dem datum meiner rückkehr. zuletzt fragte der eine: “und wer sind eigentlich sie?” ein blick auf die halbnackte, wohl zitternde erscheinung von nordischer bleichheit. “ich – ihr verlobter.” ein weiterer ernster blick seitens der polizei. dann ein verbissen seriöses: “gratulation.” und weg waren sie.

drei sekunden später der anruf in die schweiz, wo belli, dank ferien, noch immer friedlich schlafend bei madame binischmini weilte. “SAG MAL SIND DEINE BLÖDEN SABLEITROPFEN AUS DEN USA ILLEGAL?!” krächzte es am anderen ende. entsetzt hörte ich mir die neuesten neuigkeiten aus dem lande berlin an. die schlussfolgerung:

ich werde gesucht.

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