klaus

ich fühle mich sehr wohl. hier, in dieser millionenstadt. es gefällt mir hier.

auch wenn ich auf’s ausländeramt muss. auch wenn das internet einen viertel der versprochenen geschwindigkeit hergibt (hauptsache wir HABEN internet). auch wenn wir zur zeit nur zwei stühle besitzen und mir die hochschwangere nachbarin einfach partout die zehn euro nicht zurückbringt, die ich ihr in einem anfall von naivität geliehen habe. und auch wenn ich nie allen bettlern genug geld geben kann und mich die wolldeckenfrau, die am kotti tagein-tagaus immer nur in wolldecken bekleidet umherirrt, jedes mal auf’s neue schockiert. auch wenn die letzten mauerstücke gerade abgerissen und durch luxusapartments ersetzt werden sollen.

es gefällt mir, denn in dieser stadt ist es leicht, sich seine kleine eigene nische zu finden. so nach den ersten paar panikanfällen beruhigt sich das ganze. dann entdeckt man bonbon-manufakturen im keller eines hauses und guckt den bonbon-machern durch die fenster im boden beim bonbon-machen zu. im botanischen garten entspannt man sich trotz dem “dunkelsten winter seit 43 jahren” im mittelmeerhaus und es duftet nach urlaubserinnerungen. man lässt sich am alexanderplatz ohne anstehen zu müssen per schnellaufzug in den 39. stock befördern und bestaunt die wolkige stadt. man merkt plötzlich, dass DIE gebrüder grimm stillschweigend ein paar häuser weiter begraben liegen. also geht man sie besuchen. und immer mit dabei ist klaus, mein imaginärer dackel.

so schreiten wir durch berlin, klausi und ich. und leben unser leben, und mein norweger darf auch dabei sein. wir feiern geburtstage von freunden in wgs in anderen stadtteilen. wir entrüsten uns über professoren, die über etwas anderes reden, als wir wollen. jetzt ist das erste semester vorbei, also fühlen wir uns alteingesessen. und auch mein praktikum im museum ist vorbei. ich bin in eine feste mitarbeiterin umgewandelt worden, und wir freuen uns. wir freuen uns auch über die fünfzehn röschtis, die meine eltern nach berlin verschleppt haben. und in drei wochen fahren wir – alle drei – in die schweiz und holen meine möbel. das wird mir ein roadtrip – nur mein norweger, klausi, und ich. und dann, dann ist die wohnung mehr oder minder komplett. und alle meine freunde hier haben endlich auch eine wohnunglösung gefunden. und überhaupt sind wir alle ganz, ganz froh.

unspektakulärerweise. dabei hätte ich so gerne etwas bahnbrechendes erzählt! aber für einmal ist einfach alles ganz ordeli. ich hoffe, bei euch auch… ich drücke euch!

nun denn. komm klaus. wir gehen.

6 thoughts on “klaus”

  1. ich freue mich darauf, Daggel-Klaus mal kennen zu lernen, den andern Klaus-Manzgoggel durfte ich ja schon mal beäugen, er ist schwer ok.

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  2. Soo so! Du kommst also mit Klaus (ich muss leider draussen bleiben! ) wir freuen uns ūber Deine tollen Blogs und dass wir Dich bald wieder sehen!

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  3. Klausilein, bleib daheim. Hunde sind mir sehr suspekt, machen Lärm und auch Dr…! Wiiiiiiiiir freuen uns auf Euch und den imaginären Klaus.

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A word with Frau Belli? Fire away!

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