NEONBELLI im frohen neuen jahr

frühlingshafte appenzeller weihnachten im t-shirt in der sonne (ohne ovi mit schirmchen, muss ich dazu noch sagen. dafür mit alkoholisiertem punsch.). wundervolles essen, ein paar dokumentarfilme, und ein knäuel von freunden und familie. aber BAMM, vorbei!

neujahr auf einem komplett in nebel gehüllten holzbalkon in einem x-beliebigen vorort oslos. die sichtweite reichte genau bis hin zum nachbarsbalkon und dessen kleiner privatfeuerwerksammlung. das machte aber nichts, denn die wolkenluft färbte sich rundherum laut krachend neonpink, neongrün, neonorange, neonbellibelli. wunderbarer geht es nicht. doch auch das —  BAMM, vorbei!

und jetzt wo wir alle noch leben und die welt noch steht – obwohl dem mayakalender der platz für neue tage ausgegangen ist – JETZT fragt sich, was uns denn eigentlich NOCH bevorsteht. was machen wir denn alle so nächstes jahr? haben wir vorsätze? gute?  pläne? wer is wann wo?

also ich bin ja hier. aber, wie es so ist mit diesem leben, so sind die tage meiner waghalsigen göppeltouren und berliner stadtsafaris bereits etwas vorbei… das habe ich letztens etwas ernüchtert festgestellt. wo ist eigentlich mein anfänglich so ausgeprägter sinn für urbane abenteuer geblieben? ich schätze mal, er hat sich angesichts des winters und der etwas unromantischen herausforderungen, welche so ein stadt- und landeswechsel auch jetzt noch mit sich bringt, etwas verkrochen.

denn noch gibt es viel zu tun. ende nächste woche wird, zum beispiel, umgezogen. aber nur so halb. denn neben praktikum, uni und starthilfe für meinen norweger bleibt da gerade kaum zeit, mal kurz in die schweiz zu düsen und einen lastwagen mit meinen eigenen möbeln hochzukarren. ich fand das anfangs auch eine ganz gruselig tragische horrorvorstellung, so halb-installiert zwischen (nicht meinen!) kisten, ohne staubsauger, duschvorhang oder kühlschrank, im unfertigen nichts herumzuhängen. aber dann, vor einigen wochen, stellte belli fest: so etwas gibt es doch eigentlich wirklich nur einmal im leben. nur einmal kauft man sich die allererste klopapierrolle für die richtige erste wohnung. nur einmal die erste packung pasta. nur einmal fängt man wirklich (fast ganz) von null an. das muss doch eigentlich, trotz aller umständlichkeiten, voll ausgekostet werden. ja, eigentlich ist das doch einfach geil.

und so kommt es, dass sich plötzlich auch mein forschungsdrang – entgegen aller erwartungen und umstände – wieder getraut, aus seinem versteck zu kriechen. umzugs-, arbeits- und unistress hin oder her: ein HOCH auf die noch zu ergründenden einhunderttausendmillionen quadratkilometer. denn ich war IMMER noch nicht im dreistöckigen schokoladenparadies vom flagship store rittersport (dabei träume ich schon seit wochen von warmer, dickflüssiger schokolade, die über die treppenstufen hinweg von der höchsten zur niedrigsten etage träufelt). ich war auch noch nicht in diesem treptower park oder im polizeimuseum, wo angeblich die kniffeligsten kriminalfälle der deutschen geschichte präsentiert werden. auch die besuchermasse des türkenmarkts am maybachufer wurde von mir bisher lediglich im stressmodus mit dem velo durchbohrt. und dann dieser überwachsene, verwunschene jüdische friedhof, der liegt laut karte gleich um die ecke meines museums – unbesucht. ganz zu schweigen vom berühmten berliner zoo. dabei will ich das alles machen. ich mag winterliche schneespaziergänge machen entlang der karl-marx-allee. ich mag burger beigen im “white trash”. ich mag danach ins “schlawinchen” einen drink kippen. ich mag nochmal auf den kreuzberg kraxeln oder diese joel sternfeld ausstellung im c/o berlin sehen. ich mag ich mag ich mag.

die gute nachricht: die nächste apokalyptische warnung liegt bislang ausser reichweite. 2013 hat also jede menge platz – zumindest auf MEINEM kalender.

1 thought on “NEONBELLI im frohen neuen jahr”

A word with Frau Belli? Fire away!

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