einmal ovi mit schirmchen, bitte

ein vierteljahr ist´s her, seitdem ich an einem späten septembernachmittag mit meinen zwei koffern in diese stadt gespült wurde. kaum zu glauben! da war ich noch jung und es war  noch frühherbstlich warm und man konnte berlin abenteuerlich mit dem flohmarktsvelo erkunden. die ersten vierzehn tage habe ich dazumal kaum ein wölkchen gesehen. die guten alten zeiten. der himmel tiefblau, die bäume satt und grün. und dann, etwas später, feurig rot. aber auf jeden fall farbenfroh, mit kreuzberger döner-duft in der nase, mit sonnenuntergängen und bücherwäldern und bergtouren.

und jetzt ist alles grau. grau die strassen, grau die unappetitlich tiefhängende wolkensuppe, und manchmal sogar die luft. hundskalt ist es auch.

ein eisiger wind peitscht durch die verlassenen alleen und ubahn-schächte. da möchte man am liebsten morgens einfach in der decke eingemummelt im kuschelwarmen bettchen verweilen. menschen ohne dach und bett kauern ja, wie ich heute morgen früh feststellen durfte, auch am 23. dezember noch in den ecken der kahlen bankautomaten-räume – währenddem alle andern, mich mit eingeschlossen, ihren weihnachtseinkauf erledigen und sich über zu schwere einkaufstaschen beklagen. da friert es einen ja noch mehr, wenn man sich das mal so richtig überlegt.

aber zum glück bin ich, wie die meisten unserer welt, relativ privilegiert und darf heute spät in die südliche schweiz hüpfen (wenn auch nur kurz). da hat es nicht nur familie, freunde, ein dach mitsamt einem bett für mich, sondern es soll am weihnachtsmontag angeblich auch noch sonnig mit vierzehn grad werden. vor meinem geistigen auge liege ich bereits regungslos auf einem mit fluffigem fell gepolsterten liegestuhl dicht an einer appenzeller hauswand und sauge alles auf, was auch nur im entferntesten etwas mit UV-A bis Z-strahlen zu tun hat. alles.

ausserdem sehe ich da auch noch eine dampfende tasse ovi in meiner linken hand, und zwar mit einem kleinen schirmchen drin – und letzteres einfach, weil kleine schirmchen zu meinen top-ten lieblingssachen auf der ganzen welt zählen (platz eins ist nach wie vor von kleinen fetten seehundbabies besetzt).

schliesslich kann man mit ovomaltine nicht besser, aber dafür länger – und genau das brauche ich, denn 2013 beginnt ziemlich schlagartig mit umzug parallel zur arbeit und zum studium.

aber jetzt wird erstmal richtig gefeiert. gebührend. weihnachten, neujahr PLUS unser aller überleben der maya-apokalypse; wie viele gründe auf einmal können wir denn ertragen??

ich pendle zwischen den jahren von der schweiz nach norwegen und dann wieder nach berlin. ja, belli ist also gerade überall ein bisschen und wünscht euch jedenfalls allen eine ganz wunderwunderwundervolle zeit. wo auch immer ihr verweilt, lasst die korken knallen, frohes päckli-ufschränze und en guete rutsch… :)

2 thoughts on “einmal ovi mit schirmchen, bitte”

  1. Dä Liegestuehl liet (pardon schtoht) scho parat und au es Schirmli wird sich finde loh. FreuFreuFreu mi uf üsi Berlineri. Drücker vom Möllemann.

    Like

A word with Frau Belli? Fire away!

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s