ich kann auch böse blicke werfen

ende november, nebelnebelnebel.

vor etwas mehr als zwei monaten hat belli sich mit einem fuss in diese grossstadt gezwängt. ein kleines zimmer am kotti, ein jobchen im schweizer resti nebenan, und ein studienplatz im süden der stadt. so hat das alles angefangen (nur dazumal im strahlenden sonnenschein).

nun bin ich da; immer noch mitten im kreuzberg, und immer noch pendle ich ein paar mal die woche runter nach dahlem, wo ich mich dann in höchst interessante kurse setze. ich liebe meinen masterstudiengang, denn er könnte passender nicht sein: da gibt es seminare über die geschichte der amerikanischen geheimdienste, und vorlesungen über die traurigkeiten in der fernsehserie “mad men,” und nächtelange präsidentschaftswahlenparties. wer mich kennt, weiss, dass dies das belliparadies schlechthin ist. 99% der kurse sind zu 100% faszinierend.

so ganz eingenistet habe ich mich aber noch nicht. dieses zimmer hier ist ja nur befristet – ein permanenter wohnsitz fehlt noch, und ab neujahr muss etwas neues her. das heisst, berlin wird jetzt komplett abgeklappert, und zwar gründlich. zeitlich war das nicht früher möglich, denn hier beträgt die zeit zwischen inserat und einzug irgendwie oft nur einen monat – sucht man also für januar eine wohnung, fängt man konkret erst ende november mit der recherche an. früher findet sich nichts. und die besichtigungstermine sind immer genau ÜBERMORGEN, egal was für einen tag wir heute haben. ÜBERMORGEN ist die besichtigung. für das planungs-besessene schweizerhirn kann das durchaus eine qual darstellen.

aber eine weise freundin hat mich tröstend darauf hingewiesen, dass berlin dafür mit dieser kurzfristigkeit auch platz für veränderung schafft, und das kann ja auch schön sein (und da hat sie recht, danke. es hat meinen blickwinkel geändert!).

und so geht es also in den nächsten vier tagen auf zehn wohnungsbesichtigungen. an einigen war ich schon; manchmal alleine, manchmal als teilchen einer grossen  sammeltruppe, wo sich diverse päärchen rivalisierende blicke zu werfen (und einzelne personen etwas abseits und verloren dahängen).

ja, alle wollen nach berlin – und ganz besonders die schweizer, muss ich sagen! je schöner die wohnung, desto mehr züritütsch hört man. hey schatz, lugemaal, det chöntemär dänn oisi wöschmaschine aaschlüssä! ou judihui, so lääss.

ja, aber heute abend fliegt mein norweger ein, und so können wir dann ab morgen auch so gemeine blicke schmeissen. pha! und irgendwas wird sich da ja wohl finden lassen. perfekt muss es nicht sein, aber ein dach sollte es auf alle fälle haben, und eine dusche, und einen herd  (wobei letzteres überhaupt keine selbstverständlichkeit ist!!). und wenn es nach mir ginge auch einen begehbaren kleiderschrank, aber alleine darf ich ja nicht entscheiden. grummel.

und damit das update auch rundum komplett ist: der job hat ebenfalls gewechselt. ein soeben ergattertes praktikum in einem ebenfalls amerikanisch-orientierten museum beginnt diesen sonntag und dauert mindestens zwei monate. in diesem zeitraum gibt es dann keine wochenenden mehr. wo genau da weihnachten und der umzug reinpassen sollen, ist mir ein rätsel, aber irgendwie wird das schon gehen. es hat noch immer geklappt.

so. und bevor ich zur nächsten wohnungsbesichtigung um fünf losspurte, muss ich jetzt noch ein paar zeilen schreiben für meine arbeit über die entlassungen von tausenden von homosexuellen u.s.-regierungsangestellten in den 50er jahren. alles zackzack!

euch allen wünsche ich ein sensationelles wochenende! und wenn ich in acht wochen (nachdem das praktikum, der umzug, weihnachten und neujahr vorbei sind) noch lebe, freue ich mich ganz fest, einige von euch in den neuen vier wänden begrüssen zu dürfen. wenn ich schon keinen begehbaren kleiderschrank kriege, dann aber sicher eine gästecouch. also darauf bestehe ich!

2 thoughts on “ich kann auch böse blicke werfen”

  1. Also mir ist ganz schwindlig geworden beim Lesen! Nicht vom kleinen Gläschen Limonen Likörli. Nein, deine Aktivitäten verdrehen mir das Gehirn! Da kann Altmeister nur raten: “gib der Sorg mini Liäbschti!

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  2. Nun MUSS ich aber endlich erfahren, wie es denn dem Bellerinli und dem Norweger so mit der Wohnungssuche geht? Schon fündig geworden, evt. mit begehbarem Kleiderschrank und Kochherd? Digge Drugg und Bussy…..

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A word with Frau Belli? Fire away!

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