die eismannpause

gestern wollten wir mal in’s kino.

den neuen bond muss man ja schliesslich auch mal gesehen haben. und wie es sich für nicht-berliner gehört, haben wir uns natürlich das kino im sony-center am potsdamerplatz ausgesucht. das ist da, wo zahlreiche futuristische hochbauten bedrohlich und recht ungemmütlich aus dem boden ragen. da, wo die welt zu 99% aus glas, stahl und beton besteht. da, wo ein kinoticket 10 euro kostet, und nicht 6.50, wie üblich.

nun denn, so sitzen wir also alle in einer reihe, das kino ist mehr oder weniger voll, die stimmung gespannt. das licht geht aus, der vorhang auf, und die erste werbung flackert über die leinwand. dann die zweite. die dritte. die fünfzehnte. die dreiundzwanzigste. nach zwanzig minuten werde ich etwas ungeduldig. man ist sich ja heutzutage lange werbung gewohnt. das gehört ja fast schon zum leben. aber DAS hier… fünfundzwanzig minuten….

nach einer halben stunde geht das licht unerwartet wieder an und der vorhang wieder zu.

etwas verstört sitze ich also da. “jetzt kommt der eismann,” sagt meine nachbarin. ich denke, sie scherzt. nein, sie scherze nicht. und alle andern, die sie bekräftigen, scherzen auch nicht. und dann sehe ich ihn, DEN eismann (einer auf etwa FÜNFHUNDERTTAUSEND LEUTE), mit seiner kleinen kiste voller eis. ich fass es nicht. und auf die frage, wie lange der denn jetzt eis verkauft, wird mir gesagt, dass er genau so lange eis verkaufe, wie die leute eis wollen.

die leute wollen viel eis. irgendwann, iiiirgendwann sind die leute zufrieden. das licht geht endlich wieder aus. der vorhang geht auf. und siehe da: werbung! werbung nummer einunddreissig. achtunddreissig. zweiundvierzig. um 20:45 hätte der film beginnen sollen. um 21:15 hatten wir eispause. um 21:30 sass ich entsetzt in meinem kleinen sessel, und die werbung spielte munter vor sich hin. dreiviertelstunden lang.

nach fünfzig minuten beginnen die leute nach jeder werbung zu klatschen. irgendwann kommen ausrufe hinzu (“just show the FUCKING movie!!”). um genau 21:42 uhr dann tatsächlich der brüllende löwe, und das blut, das über die leinwand läuft. james bond ist endlich, endlich da. der spass kann beginnen.

aber jetzt, jetzt muss ich eigentlich auf toilette.

2 thoughts on “die eismannpause”

  1. Marroni-Glühwein-Lebkuchen, ja wenn’s so gewesen wär, hätt Bellini die Berliner-Welt bestimmt besser verstanden…..Andere Länder, andere Jahreszeiten……Love, Möllefrau (Peäss: köschtliche Bitrag, danke)

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